Deutschland und die Bildung!

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<t>Welche Schulnote würdet Ihr dem deutschen Bildungssystem geben?</t>

Umfrage endete am Fr 17. Sep 2004, 00:28

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Insgesamt abgegebene Stimmen: 14

Dolphin5
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Deutschland und die Bildung!

Beitrag von Dolphin5 »

Wieder ein schlechtes OECD-Zeugnis - und was nun?

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Berlin (dpa) - Schlechte Zeugnisse in Sachen Bildung sind die verantwortlichen Länder-Kultusminister seit langem gewöhnt.

Seit mehr als zehn Jahren trotzen sie beharrlich den regelmäßigen Mahnungen der OECD-Bildungsforscher, Deutschland möge doch - wie weltweit in allen Industriestaaten üblich - mehr Abiturienten und Akademiker ausbilden und deutlich mehr Geld in seine Schulen und Hochschulen investieren. Doch in Deutschland gehen seit Anfang der 90er Jahre bundesweit unverändert nur etwa 30 Prozent der Grundschüler aufs Gymnasium - während erfolgreiche Bildungsnationen heute schon mehr als 60 Prozent eines Jahrganges zum Abitur führen.

Anfangs waren die Warnungen in dem jährlichen Bildungsreport der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) von den deutschen Schulministern nur schlicht ignoriert worden. Heute werden sie von den CDU/CSU-Bildungspolitikern als unliebsame Einmischung barsch zurückgewiesen. Und auch mancher SPD- Schulminister ist über den Spiegel, der der deutschen Bildungspolitik immer wieder schonungslos aus der Pariser OECD-Zentrale vorgehalten wird, alles andere als glücklich.

Dabei versteht sich die OECD nicht als Bildungs- sondern als eine Wirtschaftsorganisation. Ihre These: Investitionen in junge Köpfe fördern die Qualifikation der künftigen Arbeitskräfte und damit die Arbeitsproduktivität. Dies wiederum gilt als eine Voraussetzung von Wirtschaftswachstum. Das Fehlen qualifizierter Arbeitskräfte erweist sich dagegen als Bremse beim ersehnten Aufschwung. Deutschland, so die eindringliche Mahnung der Forscher, droht den Anschluss an die internationale Entwicklung der Industriestaaten zu verlieren - die allesamt in den vergangen zwei Jahrzehnten ihr Bildungssystem gewaltig ausgebaut und Abiturienten- und und Akademikerzahlen deutlich gesteigert haben.

Doch stolz wird von Unionsländern wie Hessen gar vermeldet, wenn heute wieder mehr Kinder statt zum Gymnasium zur Hauptschule gehen. Und nach dem deutschen PISA-Debakel vor drei Jahren haben alle Länder die Leistungsanforderungen in den Schulen mächtig angezogen. Weil das Geld für das Fördern fast überall knapp ist, verlässt sich mancher Kultusminister eben mehr auf das Fordern. Auch deutsche Bildungsforscher fürchten, dass im Zuge der PISA-Reformen der Anteil der Gymnasiasten künftig bundesweit eher wieder sinken als steigen wird.

Ein Ausweg könnte die Ganztagsschule sein, die mehr Zeit zum Lernen - und eben auch zum individuellen Fördern lässt. Der Bund unterstützt den Ausbau mit vier Milliarden Euro. Rheinland-Pfalz hat mit viel Elternzustimmung frühzeitig auf die Ganztagsschule gesetzt und will noch in dieser Wahlperiode an jeder vierten Schule ganztätig Unterricht und Betreuung anbieten. Auch Nordrhein-Westfalen zieht jetzt kräftig nach. Doch viele Länder fürchten die hohen Folgekosten. Der OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher sieht in der Ganztagsschule die «entscheidendste Schulreform» in Deutschland.

Anfang Dezember wird die OECD die zweite weltweite PISA-Studie vorlegen, deren Daten im vergangenem Jahr erhoben worden waren. Die deutschen Kultusminister ahnen nichts Gutes, benötigt doch die Umsetzung der eingeleiteten Reformen nach PISA I noch Zeit. Die Hiobsbotschaften ereilen die Kultusminister ausgerechnet in einer Zeit, in der die Länder in der Föderalismusdebatte mehr Rechte begehren. Ihr alleiniger Gestaltungsanspruch in der Bildungspolitik schien bei den Kommissionsberatungen schon so gut wie ausgemacht. Doch angesichts der schlechten Nachrichten regt sich jetzt bei den Bildungspolitikern aller Bundestagsfraktionen erster Widerstand.

[Quelle: Yahoo!]
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Jenny
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Beitrag von Jenny »

Mich erschreckt jetzt eher, dass die Schweiz nicht klar besser als Deutschland ist - da stimmt doch was nicht :?

Ich weiss nicht sehr viel über das deutsche Bildunssystem, darum wage ich da jetzt nicht mitzureden ob eine Ganztagsschule etwas bringt, aber soweit ich weiss ist das ganze System doch eher lockerer als bei uns (Schweiz) oder? Man darf anscheinend viel abwählen, Nachmittage sind oft frei etc. Davon kann man bei uns nur träumen ^^
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Toad
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Beitrag von Toad »

Kann man bei der siebten Antwortmöglichkeit nicht das K weglassen?
Denn woher soll ich wissen wie das deutsche Bildungssystem im Vergleich zu anderen ist? Toll, diese Studien sagen doch gar nix aus.

Deutsche sind halt sicher nur fauler als andere. (Andere Länder, andere Sitten).

Gründe dabei könnten von "Angst vor Arbeitslosigkeit" bis hin zu "Später will ich auswandern, also muss ich lernen" sein....
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MFauli
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Beitrag von MFauli »

Ahoi,

da gebe ich doch mal eine glatte 6 !!!
Das ganze Bildungssystem gehört komplett geändert.
Leute können nicht den Job, den sie machen wollen, ausüben, weil man sie nicht studieren lässt, nur weil sie kein Abitur haben.
Warum?
Wenn jemand etwas machen will, soll er sich dort bewerben und dort direkt eine Lehre machen, egal, bei welchen Berufen.
Natürlich brauchts eine Grundbildung, aber die braucht man keine 13 Jahre lang.
das ginge auch in 5-6 Jahren.
So hätte der Mensch auch wesentlich mehr vom Leben.
Wenn man sich zudem anguckt, was für Leute Abitur schaffen, zweifelt man sowieso an der Sinnhaftigkeit dieses "Leistungsnachweises".
Wobei es sicher keine Lösung wäre, einfach das Abitur-Erreichen schwieriger zu gestalten.

Nein, Bildungssystem kompeltt ändern.

cya,
Fauli
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Sandor
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Beitrag von Sandor »

@MFauli:

Also eine 6 hat das deutsche Bildungssystem nicht verdient ! Das ist bullshit. Auch so Aussagen wie "Leute können nicht studieren, weil sie kein Abitur haben..." - na was denn sonst ? Der Schulstoff von Haupt- u. Realschulen reicht im Normalfall (es gibt persönliche Ausnahmen) absolut nicht aus, um ein Studium erfolgreich beenden zu können. Betonung liegt hierbei auf "erfolgreich" - d.h. mit Abschluß. Ich weiß jetzt nicht, ob Du schon studiert hast oder nicht - doch ich hab das und kann nur sagen, dass je nach Studiengang das Wissen der Oberstufe gerade mal so ausreicht bzw. zu wenig ist, um das Studium zu Ende zu bringen.

Auch das mit dem "ich bewerbe mich und mache eine Ausbildung" ist ja gut gemeint, doch wer zahlt das ? Eine Hochschulreife (egal ob Uni oder FH) ist m.E. dringend notwendig - schon jetzt sind die Unis am Ende der Kapazität und wirtschaftlich ausgeblutet. Wie soll ein sinnvolles Studium möglich sein, wenn alle studieren ? Und noch was - wer bitte produziert eigentlich dann noch die Güter, die man verkaufen will, wenn alle erst einmal 10 Jahre studieren ? Wer bezahlt diese Gesamtkosten ? Der Staat ? *lach*

Wir brauchen mehr Eigenverantwortung, geringere Kostenstrukturen und Reformen im Bereich der Ausbildungssystem sowie der Vergütungen. Doch mit Gesamtschulen oder gar allgemeinem Zugang zur Uni - egal welchen Abschluß - ist das nicht zu erreichen und schon gar nicht mit Erfolg.

Die Materie ist viel komplexer, als dass man sie mit einer Maßnahme verbessern könnte.

Sandor
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Beitrag von Spike »

Bevor man über Reformen nachdenkt, sollte man erstmal das System mehr subventionieren. Als ich im letzten Jahrzehnt Abitur gemacht habe, war der Lehrerausfall schon beachtlich, und ich denke nicht das sich dies bis heute geändert hat. Die Länder müssen mehr Lehrer einstellen, und dafür mehr Geld zur Verfügung gestellt bekommen.
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Beitrag von MFauli »

Ahoi,


@Sandor:

Ich sage nicht, dass jeder studieren soll....ich sage, dass das abgeschafft werden soll.
Klar, das klingt für einen gesellschaftlich voll integrierten Menschen lächerlich, naiv, dilettantisch etc..
Aber es geht hier nicht um teilweise Veränderung, sondern um ein komplett neues System.

Und das geht ja nicht mit dem Bildugnssystem allein einher.

Z.B. wäre bei meiner Forderung sicher ein klares gegenargument: "Dann will doch jeder nur noch die schönsten Jobs machen".
Das WÄRE so, wenn man wirklich nur das B.-System ändert.
Man muss das ganze aber auch wirtschaftlich ändern.
Nämlich die Lohnpyramdie umdrehen, sodass schlechte Jobs besser bezahlt werden, als angenehme angesehene Berufe.
Um mal ein imo Extrembeispiel zu nehmen:
Ein Bauer muss quasi seinen ganzen Lebenstil nach seinem Beruf richten.....trotzdem ist sei Verdienst ein Witz im Vergleich zu dem, was ein ......z.B. Anwalt verdient.

Und mit der einhergehenden Änderung der Wirtschaftsverhältnisse würde dann auch das Bildungssystem klappen.
Denn Geld regiert, leider, die Welt, weshalb dann viele auch die "schlechteren" Jobs ausüben wollten, und somit nicht ein Beruf überfüllt ist.

Soviel dazu.


Achja:
Ich weiß jetzt nicht, ob Du schon studiert hast oder nicht - doch ich hab das und kann nur sagen, dass je nach Studiengang das Wissen der Oberstufe gerade mal so ausreicht bzw. zu wenig ist, um das Studium zu Ende zu bringen.
Also widersprichst du dir:
Es ist egal, ob Haupt-, Realschule oder Gymnasium....für´s Studium ist eh alles ungenügend.

cya,
Fauli
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