Huhu,
mich beschäftigt gerade eine Frage, die vielleicht jemand von euch beantworten könnte (weil schon von gehört oder ähnliches). Wenn man im Kombibachelor studiert, hat man ja Kern- und Zweitfach. Beides zählt zu gewissen Teilen in die Endnote mit rein (was für mich heißt, dass ich in gewisser Weise auch einen Abschluss in meinem Zweitfach habe - oder liege ich da total falsch?). Also klar steht später auf dem Zeugnis BA in Blabla-Wissenschaft (Hauptfach), aber dennoch habe ich ja zwei Fächer studiert - lediglich die Bachelorarbeit mache ich im Hauptfach - zumindest ist bei mir der Arbeitsaufwand praktisch identisch. Ist es deshalb möglich, dass ich den Master vielleicht auch im Zweitfach machen könnte?
Okay, um konkret zu werden: Momentan bin ich noch im Bachelor (studiere Hauptfach Musikwissenschaft und Zweitfach Kulturwissenschaft). Nach bald 4 Semestern habe ich gemerkt, dass mir MuWi teilweise deutlich weniger Spaß macht als KuWi, was neben den Studieninhalten aber auch vor allem an dem Institut und den meist sehr unkompetenten Lehrpersonen liegt. Einen Master (wenn überhaupt) würde ich da nicht wirklich machen wollen. Für einen Wechsel des Hauptfachs halte ich es für zu spät und generell bin ich selbst noch stark am überlegen, ob ich überhaupt noch nen Master machen möchte. Ich fühl mich zur Zeit ziemlich ausgelaugt, meine Motivation am Weiterstudieren ist praktisch gleich 0. Es tut wirklich weh zu sehen, wie Freunde oder alte Schulkameraden längst ihren Bachelor, oft aber auch schon ihren Masterabschluss gemacht haben. Ihr Leben kommt mir im Vergleich zu meinem unglaublich glatt und linear vor, worum ich sie beneide.
Es ist nicht so, dass ich vorher auf der faulen Haut gelegen hätte, denn ich habe von Oktober 2007 bis Sommer 2011 Jura studiert, das Studium dann aber ohne Abschluss abgebrochen, weil der Druck immens war und ich mit den Umständen und Ungerechtigkeiten sehr zu kämpfen hatte, woran ich auch beinahe kaputt gegangen wäre.
Nun packt mich jedoch ein wenig die Angst, dass ein Bachelor-Abschluss vielleicht gar nicht ausreichen könnte, wenn doch so viele Master-Leute rumlaufen, was die Jobsuche angeht. Das Schlimme ist, dass ich noch gar keine Idee habe, wo es nach dem Studium mal hingehen könnte - ich hoffe, dass mir vielleicht das zweimonatige Praktikum, das ich im August und September machen werde, dabei eine Entscheidungshilfe sein kann.
"Früher" habe ich gar nicht so sehr darüber nachgedacht, ob ich mal später viel Kohle mit meinem Beruf verdienen kann, aber wenn ich so sehe, wie schlecht es teilweise um die Gehälter der "Geisteswissenschaften" im Vergleich zu den Naturwissenschaften steht - und das selbst mit Masterabschluss - da bekomme ich wirklich etwas Angst und ich fühle mich auch irgendwie... minderwertig. =/
Kann mir jemand ein wenig meine "Angst" nehmen oder ist die Berufsaussicht mit "nur einem Bachelor" extrem mies?
Wie gesagt, eigentlich habe ich kaum noch Kraft mehr, nach bald gut 6 Jahren Studium. Wenn ich meinen Bachelor nächstes Jahr wirklich machen kann, dann sind es immerhin 7 Jahre - woher soll die Kraft kommen, weiterzumachen? Studieren macht mir nicht wirklich Spaß, ich habe es satt, mich ständig mittellos zu fühlen. Ich will Geld verdienen und komplett auf eigenen Beinen stehen und mir eine Zukunft aufbauen. Wenn ich sehe, was einem in den Vorlesungen und Seminaren so geboten wird... vieles davon halte ich als Zeitverschwendung. Nur die Angst, keinen Job zu bekommen lässt mich zweifeln, ob ich nicht mit einem Bachelor zufrieden sein und nen anständigen Job bekommen könnte.
Ich weiß, hier ist niemand Hellseher... aber kennt ihr vielleicht Leute, die auch "nur" nen BA haben und trotzdem ihr Leben gut bestreiten können und glücklich sind?
Achja und vielleicht weiß ja wirklich jemand, ob es möglich ist, seinen Master im Zweitfach machen zu können (oder eben nicht). Ich studiere übrigens an der HU zu Berlin und zum Masterstudiengang der Kulturwissenschaft gibt es nen Infoblatt.
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http://www.hu-berlin.de/studium/beratun ... t/zzr/kuwi
So, jetzt habe ich mir das mal von der Seele geschrieben. Wie gesagt, nicht falsch verstehen. Ich gönne jedem seinen wohl verdienten Abschluss, aber mich macht es teilweise auch ziemlich traurig zu sehen, wo ich erst stehe.
