So, ich habs seit heute Morgen auch. SpieleGrotte-Kunden fahren besser... ähh früher.
Mache mir derzeit die Mühe meine Erfahrungen in einem Tagebuch festzuhalten. Wer allerdings bereits in den ersten 10 Spielminuten Angst vor Spoilern hat, sollte ab hier besser nicht mehr weiter lesen.
Fable – Höflich und zuvorkommend oder „richtig schön evil“?
Eintrag 1 – Der Einstieg:
Endlich ist es soweit, das lang ersehntes Fable ist eingetroffen.
Obgleich die US-Version vor kurzem noch als codefree bestätigt wurde, hab ich mich letztendlich doch für die deutsche Variante entschieden.
Natürlich interessierte mich vor allem die Qualität der deutschen Synchronisation im Gegensatz zur hervorragenden englischen Sprachausgabe der Games-Convention-Demo, allerdings wollte ich diesen potenziellen Kracher auch vorzugsweise in meiner Heimatsprache genießen.
Ich bin gespannt inwiefern Fable die hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann und wie weitreichend die spielerischen Freiheiten zwischen gut und böse letztendlich sein werden.
Lange Rede, kurzer Sinn. Kaum dreht sich die Disc im Laufwerk der Xbox, erscheint auch schon ein stimmungsvoll inszenierter Vorspann, der mir, unterlegt von einer etwas kratzigen Männerstimme, einen möglichen Ausblick auf die Zukunft unseres namenlosen Protagonisten gibt.
Noch schnell der Hauptfigur einen Namen gegeben (Cubestar2003, wie sonst?

und los geht’s.
Man startet das Spiel als kleiner Lausejunge im beschaulichen Dorf „Oakvale“.
In diesem mittelalterlichen Bauernörtchen gilt es nun sich mit den grundlegenden Steuerungsbedingungen auseinander zusetzen. Großartig gekämpft wird hier zwar noch nicht, aber dazu später.
Das erste Ziel des Spiels, bzw. die erste Quest legt mir nun meine Vaterfigur im Spiel auf.
So gilt es, ein passendes Geburtstagsgeschenk für die Schwester zu finden. Wie beinahe alles im Leben, ist auch dieses nicht ganz kostenlos, darum verspricht er, mich für jede gute Tat mit einem Goldstück zu entlohnen.
Bereits nach meinen ersten Schritten stoße ich auf ein wild umher rennendes Huhn, welches mir so stark auf die Nerven geht, dass ich ihm kurzerhand einen gezielten Tritt in den gefederten Hintern verpasse.

Das gibt zwar noch keine Negativpunkte, was aber nicht ist, kann ja schließlich noch werden. Hoffentlich. *hrhr*
Auf meinem Weg hinunter zur Dorfmitte läuft mir ein kleines Mädel über den Weg und bittet mich, ihr beim Suchen nach ihrem verloren gegangenen Teddybär zu helfen. Von mir aus, denk ich mir, aber vorher probier ich an dir noch mal das Kampfsystem aus. *Muhahaha*
Per L-Trigger lässt sich der jeweilige Gegenüber ganz leicht anvisieren. Ähnlich den N64-Zeldas ist man nun in der Lage den Gegner zu umkreisen oder seinen Angriffen mit Seitwärtsrollen oder Salti auszuweichen.
Durch meine bisherigen Frechheiten, kennt man mich im Dorf anscheinend schon.
Als ein Erwachsener mich schließlich als verzogen beschimpft, verpass ich mal eben auf meine gewohnt dreiste Art einen platzierten Tritt in den Allerwertesten. Erziehung muss schließlich sein, kann nicht angehen sich solche Frechheiten mir gegenüber zu erlauben.

Sofort stürmt ein Wachmann herbei (nicht das einzige Mal an diesem Tag…), ermahnt mich und zählt mir meine Vergehen auf. Who cares…? Da ich zu jung bin, kann ich nicht bestraft werden, also weiter geht’s!
Kurz darauf begegne ich einem Händler, der mir sogleich eine Schachtel Pralinen für 3 Goldstücke anbietet.
An und für sich ein gutes Geschenk fürs Schwesterherz, aber erstmal die Kohle auftreiben.
Da mir der Sinn zurzeit nicht unbedingt nach guten Taten steht, versuch ich es auf anderem Wege.
Ein paar Meter weiter bittet mich auch schon ein seltsamer Kauz für ein paar Minuten auf sein Gehöft aufzupassen. Gesagt, getan. Der Alte verschwindet und ich nehme die Scheunen mal genauer unter die Lupe.
Sieh mal einer an! Zerstörbare Fässer, hehe…
Nachdem ich alle aufgebrochen und nichts gefunden hab, kommt auch schon mein Auftraggeber zurück und beschwert sich, dass ich meinen Wachposten verlassen und habe. Wenn er herausfindet, dass ich die Fässer zerstört habe, dann gnade mir Gott, meint er wütend.
Ich lach mir ins Fäustchen und begebe mich auf den Heimweg. Anscheinend geht’s mit guten Taten einfach schneller ans große Geld zu kommen. Mal sehn was Vater zu meinen Fiesematenten sagen wird. Hehehe…
Auf meinem Weg nach Hause rennt mir mal wieder einer dieser lästigen Gendarmen hinterher.
Mein Gott, die Typen nerven langsam. In Sachen Erziehung ist bei mir sowieso Hopfen und Malz verloren.

Unmittelbar vor meinem Elternhaus hält mir diese Witzfigur die nächste Standpauke. Naja, wenn er die Zeit dafür hat. Links rein und rechts wieder raus, ist meine Devise.
Nachdem mich nun auch mein Vater ermahnt hat, gehe ich ins Haus und stöbere ein bisschen im Tagebuch der Schwester. Gehört sich zwar nicht, juckt aber auch nicht.

Wieder raus und einen anderen Weg zurück ins Dorf ausprobiert. Unten treffe ich auf zwei Buben. Der Ältere versucht dem kleinen Jungen den Teddy wegzunehmen, letzterer bittet mich nun folgerichtig um Hilfe, die ich allerdings ablehne, gemäß dem Galaxywars-Motto: „Wer dumm fragt, wird vernichtet“. *Muahahaha*
Da ich allerdings endlich mal die Kohle für das Geschenk haben will, nehme ich kurzerhand den Teddy und bringe ihn dem kleinen Mädel wieder. Die Freude ist groß und Vater gibt mir mein erstes Goldstück.
Ab zurück zu den beiden Jungen und dem Großen ne Tracht Prügel erteilt. Der Kleine ist auf einmal furchtbar dankbar und liefert den Anlass fürs zweite Goldstück.
Auf meinem Weg, dem eben beschriebenen Gehöft noch einmal einen Besuch abzustatten, setzt den nächsten Tritt in den Hintern, diesmal dem Wächter höchstpersönlich. Aber wie gesagt, er kann nix machen.

Um das dritte Goldstück zu ergattern, versuch ich’s erneut auf dem Gehöft. Und diesmal wird ich innerhalb eines Fasses sogar fündig.
Mit drei Goldstücken geht’s nun ab zum Händler, die Pralinen gekauft und die Schwester auf einem abgelegenen Feld eingesammelt.
Sie erzählt irgendwas von einem Traum, dem ich vorerst nicht weiter folgen kann. Angeblich habe sie vorhergesehen, wie ihr Geschenk ausfallen wird. Wer’s glaubt…
Just in dem Moment werde ich Zeuge, wie eine Horde bewaffneter Räuber in das Land einfällt, nahezu die gesamte Einwohnerschaft ermordet und das Dorf in ein Flammenmeer verwandelt.
Eine expressionistisch gezeichnete Sequenz stellt den aussichtslosen Kampf meines Vaters gegen die Angreifer dar und zeigt wie meine Schwester, sowie meine Mutter entführt werden.
Wie es scheint war man auf der Suche nach mir. Mit Tränen in den Augen finde ich meinen Vater tot vor meinem brennenden Heim vor. Als mich einer dieser Bastarde entdeckt und gerade sein Schwert erheben will, wird er von einem Pfeil hinterrücks niedergestreckt.
Der mysteriöse Fremde zieht mich vom Leichnam meines Vaters weg und verspricht mir Sicherheit…
Optisch macht Fable bisher einen sehr stimmungsvollen Eindruck. An Spezial-Effekten wurde ganz und gar nicht gegeizt, meiner Meinung nach ist es allerdings schon wieder zuviel des Guten, wenn selbst die Haut des Jungen schon so stark glänzt, dass man von Augenschmerzen geplagt wird.
Des Weiteren gibt es ein paar nette Schatteneffekte zu bestaunen und die Charakter-Modelle können sich ebenfalls sehen lassen.
Leider gingen mir schon nach dieser kurzen Spielzeit die häufigen Slowdowns in der Dorfmitte ziemlich auf die Nerven. Nicht selten geht die Framerate in die Knie, wenn sich mal ein paar Objekte zu viel im Bild befinden.
Wie bereits erwähnt, kann dies auf dem viel besuchten Marktplatz des Dorfes zur Qual werden.
Kann man nur hoffen, dass es sich im Laufe des Spieles noch etwas bessert, denn ansonsten hat mir Fable bisher sehr gut gefallen.
Atmosphärisch trifft der Titel nämlich genau ins Schwarze. Eine solch stimmungsvolle Umgebung erlebt heutzutage nur noch selten in einem Videospiel. So kann es von mir aus gerne weitergehen.