Gefahr von links außen?
- Electronic Arts die Linke der Videospielbranche? -
So sehr sich die politische Landschaft in Deutschland mit den letzten Wahlergebnissen geändert hat, so könnte sich auch die Videospiellandschaft in der nächsten Generation drastisch ändern. Es war eigentlich eine News, die kaum mehr war als ein Gerücht und deswegen in dieser Woche zu Unrecht wenig Verbreitung gefunden hat. Sie besagt, dass Electronic Arts, seines Zeichens Inhaber starker Marken wie FIFA, Need for Speed oder Command & Conquer, eine eigene Konsole plane auf den Markt zu bringen. Diese Vision wird umso eindringlicher, als dass EA noch diese Woche eine feindliche Übernahme von Take2, die ihrerseits Inhaber der Grand Theft Auto- Macher namens Rockstar sind, nicht ausgeschlossen hat.
Dem Bericht der renommierten Zeitschrift GameInformer zufolge, soll diese Konsole für einen Release 2010 angesetzt sein. Allerdings sei in dieser Sache das letzte Wort nicht gesprochen. Man wolle u.a. die schleppenden Playstation 3- Verkaufszahlen weiter beobachten. Was auch immer diese damit zu tun haben mögen.

Das dargestellte Gerät ist Infiniums "Phantom"- Konsole in ihrer neuestem Fassung von 2005 - Wäre EA mehr zuzutrauen?
EA mit eigener Konsole? "Niemals", werden die ersten schreien. Und ich frage: "Wenn doch?" Electronic Arts hat die Kontrolle über viele der wichtigsten Spielemarken auf der Welt. Man stelle sich nur vor, dass alle Xbox-, Playstation- und Nintendokonsolen ab 2010 beraubt sind von EAs milliardenschweren Produkten und diese samt und sonders auf einer eigenen Plattform zu einem erschwinglichen Preis erscheinen!
Vier Konsolen auf dem Markt werden nicht funktionieren? Nein, das glaube ich auch nicht. Doch wer wird Verlierer in diesem fiktiven Szenario? Sony? Vielleicht! Microsoft? Vielleicht! Nintendo? Nein! Nur Nintendo dürfte der ganzen Geschichte entspannt gegenüber stehen. Sie versorgen zum Leidwesen der großen Publisher ihre Konsolen traditionell selbstständig mit dem Überlebenswichtigen. EA schaut besorgt auf die PS3- Absatzzahlen. Dass viele Käufer zur Wii gewandert sind, lässt die Chefetage dort nicht frohlocken. Wii- Käufer sind stets geneigt der Versuchung der Nintendo- Produkte nachzugeben. Ein solches Problem stellt sich auf den Konsolen von Microsoft und Sony nicht. EA verliert so also potenzielle Kunden?
Ist also letztlich der Erfolg der Wii Ursache für eine Entwicklung einer eigenen Konsole durch Electronic Arts? Und sollte es letztlich ausgerechnet Nintendo egal sein?

Ironie, böse Absicht oder Hoffnung?
Leider ist es so, dass die Belange des Konzerns lange nicht den Wünschen der Fans entsprechend. Ich als Nintendo- Fan muss also ab 2010 fürchten eine Menge hitverdächtiger Titel nicht mehr auf meiner Nintendo- Konsole spielen zu können. Will ich diese trotzdem genießen, bedeutet das Mehrausgaben in andere Hardware. Eine Sachlage, die mir persönlich - gleich wessen favorisierter Anhänger ich bin - nicht gefallen kann.
Im übrigen genauso wenig wie ständige Neuwahlen, die anstehen, weil Koalitionen in einem 5- Parteien- Staat kaum mehr zustande kommen...
Hobble, 16. März 2008










